Freie Irrationale Universität / BEUYS!3000

Freie Irrationale Universität "BEUYS!3000"
26. - 28. Juni 2014

Manifest

Kreativität ist nicht nur beschränkt auf Menschen, die eine der traditionellen Kunstformen praktizieren. Doch auch bei Künstlern ist Kreativität nicht bloß auf die Ausübung ihrer Kunst beschränkt. Jeder von uns hat ein kreatives Potential.

Dieses Potential gilt es zu erkennen, zu erforschen und zu entwickeln. Und genau das hat sich die Freie Irrationale Universität für Kreativität und interdisziplinäres Handeln zur Aufgabe gemacht.

Kreation – ob es Malerei, Skulptur, Symphonie oder Aktion sei, beinhaltet nicht nur Talent, Intuition, Vorstellungskraft und deren Anwendung, aber auch die Möglichkeit, Material zu formen, das in anderen gesellschaftlich relevanten Bereichen ausgebaut werden kann.

Umgekehrt, wenn wir die Möglichkeit haben, Material, das von einer Arbeitskraft, einer Hausfrau, einem Bauern, Arzt, Philosophen, Richter oder Betriebsleiter erwartet wird, organisiert zu betrachten, bleibt festzuhalten, dass die Arbeit bei weitem nicht das gesamte Spektrum ihrer kreativen Fähigkeiten erschöpft.

Die isolierte Sicht des Spezialisten, dagegen, stellt die Arbeit der Künste und andere Arten von Arbeit in scharfen Gegensatz. In der Tat ist es von entscheidender Bedeutung, dass die strukturellen, formalen und inhaltlichen Probleme der verschiedenen Arbeitsprozesse ständig miteinander verglichen werden sollten.

Die FIU schließt die Spezialisten nicht aus. Sie widersetzt sich jedoch der Idee von Experten und Fachleuten als einzige Wertungsinstanzen in ihren jeweiligen Bereichen.

Im Geiste der demokratischen Kreativität und zwar ohne systematische Hürden werden wir den inhärenten Grund in allen Dingen entdecken.

In einer neuen Definition von Kreativität werden begriffliche Gegensätze wie professionell und dilettantisch überwunden, und der Trugschluss eines weltfremden Künstlers und des ausgeschlossenen Nicht-Künstlers wird aufgegeben.

Die Gründer der FIU suchen die kreative Stimulation von Allen und laden dazu ein, den sozialen Organismus mitzugestalten.

Das bedeutet nicht, dass eine besondere Voraussetzung von Ihnen erwartet wird, oder das wir nicht auch davon lernen wie sie lernen.

Wir werden uns in einem Feld des Austausch’ von Kreativität bewegen und dieses durch Beschäftigung mit unterschiedlichen Kunstformen erleben. in einem produzierten Vergleich der Strukturen, Formgabe und Rezeption. Formen wir gemeinsam die Architektur der sozialen Plastik.

Mit der »Kreativität des Demokratischen« transformieren wir gemeinsam die von Bürokratie und Politik gefährdete freie Gestaltungsgewalt der Möglichkeiten. In einem neuen Gesellschaftsbild des »sozialen Wir« werden kreative Energien genutzt, um den Fortschritt in eine Gesellschaft der Entfaltung Möglichkeiten voranzutreiben.

Werden Sie Teil eines Gesamtkunstwerkes und bereichern Sie unser Dasein.

Herzlichst,
Jesus Beuys

BEUYS!3000 wird durch finanzielle Mittel des Kulturamts Neukölln unterstützt.